Monatsarchiv für März 2009

Der vergessene Ritter - Bernhard II. zur Lippe - ein Leben zwischen Kreuz und Schwert

admin 26. März 2009

Bernhard der II. - eine der schillernsten Gestalten des Hochmittelalters. Das Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit Kindheit, Jugend und Ritterzeit des Edlen Herrn Bernhard II. zur Lippe. Aus seinem Leben als Gefolgsmann Heinrichs des Löwen werden die Höhepunkte dargestellt. Nur wenig ist überliefert, fast nichts dokumentiert. Das Leben dieses Ritters liegt im Nebel der Vermutungen. Eine schöne Gelegenheit, sein Leben aus Sicht seiner Frau und als Selbstdarstellung zu beschreiben.

Die spätere Mönchs- und Bischofszeit werden angerissen, sollen aber Gegenstand eines späteren Buches werden. Das Thema ist zu komplex, als dass es bereits in dieser ersten Niederschrift, die den Leser zunächst in eine fremde Zeit mitnehmen und ein anderes Zeitgefühl vermitteln soll, ausgelebt werden könnte. Insbesondere die sehr verwickelte Politik dieser späten Jahre muss detailliert dargestellt werden, um die Handlungen der Akteure verstehen zu können.

D wie Detmold oder Denkmal

admin 26. März 2009

www.stadt-detmold.de kann ich da nur sagen.

Hier kann man richtig gut leben. Eine Stadt, um Kinder groß zu ziehen, liebe Freunde zu finden, Kultur zu genießen, in unmittelbaren Nähe unheimlich viel Natur und  Sehenswürdigkeiten zu haben - eine Gegend, in der andere Urlaub machen. Natürlich ist es hier einen Hauch provinziell, aber nicht verstaubt! Und wer dann unbedingt eine größere Stadt braucht (vielleicht zum Einkaufen) kann nach Bielefeld, Paderborn, Minden, Herford, Kasssel, Hannover fahren. Auch Köln und Hamburg sind nicht aus der Welt. Doch bei allem großstädtischen Flair dieser Städte geht doch nichts über das gemütlich Detmold. Wie hieß es so schön in einer Reportage des WDR über Detmold (”Drei Tage in Detmold”):  ”Eine Stadt, in der man einen Onkel haben könnte, den man unbedingt mal wieder besuchen sollte.”

Mein Sohn meinte irgendwann, “Denkmal” würde doch wohl bedeuten, dass man an etwas denken soll. So habe ich es mit dem Hermannsdenkmal auch immer gehalten und mir nie ernsthafte Gedanken über den Ort der Schlacht gemacht. Eigentlich war ich ganz froh, als es irgendwann hieß, sie sei in Kalkriese gewesen. Nachdem ich mich aber in den letzten Monaten durch die Literatur gelesen, diskutiert, Filme geschaut, Berichte gehört, Orte abgefahren habe, sehe ich die Dinge doch mit anderen Augen. Sobald man beginnt, über das Gelesene, Gehörte und Geschaute zu reflektieren, drängen sich die Tatsachen auf und die Vermutungen werden bestätigt. Das ändert nichts an der Tatsache, dass ein Denkmal dazu da ist, mal drüber nachzudenken. (Auch wenn ich inzwischen glaube, dass der Platz gar nicht so falsch gewählt ist….)

C wie Cornelia

admin 26. März 2009

Warum in meiner Familie väterlicherseits ausgerechnet der Name Cornelius und Cornelia so stark vertreten ist, weiß ich nicht. (Vielleicht liegt es daran, dass sie als Bataver früher mit den Römern paktierten?) Zumindest hat er mich zunächst davon abgehalten, mich überhaupt mit Rom und Römern und in diesem Zuge mit Germanen zu beschäftigen. (Obwohl ich im Schatten des Hermannsdenkmals geboren wurde noch dazu in der Hermannstraße!!!) Das habe ich tapfer fast vierzig Jahre meines Lebens durchgehalten, bis mein kleiner Sohn (dem wir den Namen Alexander gaben und der sich trotzdem nicht für Griechen interessiert) Fragen nach dem Hermannsdenkmal und den Römern stellte. Plötzlich bevölkerten Legionäre unser Wohnzimmerund so sehr ich mich auch sträubte, Rom holte mich ein. Jetzt halte ich bereits einen Vortrag über “30 Jahre römisch-germanischer Konflikt zwischen Rhein und Weser” und habe einen Roman geschrieben, dessen Hauptperson ein Römer namens Cornelius ist. Man entgeht seinem Schicksal nicht. Nomen est Omen.
Bei den Hermanntagen 2009 war meine Rolle die der URD - die Norne der Vergangenheit.
2010 durfte ich als Fürstin Pauline zur Lippe meinem Volk Rede und Antwort stehen.
2011 mutierte ich zum Stein im Flussbett des Silberbaches und erzählte Geschichten vom Wilden Wassermann, der schönene Lilofee und anderen Luft- und Wassergeistern.

B wie Bildung oder besser Aus-bildung

admin 26. März 2009

Leider habe ich weder Geschichte, noch Literaturwissenschaften oder irgendetwas auch nur annähernd Entsprechendes gelernt und studiert. Sehr zum Schrecken meiner Lehrer meinte ich, im Kaufmännischen und in den Wirtschaftswissenschaften mein Glück versuchen zu müssen.  Vielleicht war das ganz gut so, denn so habe ich einen unverbildeten Blick auf die Geschichten in der Geschichte behalten. Ich möchte hier aus dem wunderbaren Buch “Gestalten des Hochmittelalters” von Werner Goez (ISBN 3-534-09078-0) zitieren: “Poetische Wahrheit kann mehr sein als historische Wirklichkeit, weil sie nicht dazu verurteilt ist, gleich den Aussagen der Geschichtswissenschaft immer nur Fragment zu bleiben.”

Buchempfehlung

admin 24. März 2009

Thema: Arminius

Es gibt - besonders jetzt im Jubiläumsjahr - ziemlich viele Bücher, die man lesen kann oder sollte und aus denen man sich seine eigene Sicht der Dinge bilden kann. Über Arminius selbst hat besonders aufschlussreich Dieter Timpe: Arminius-Studien geschrieben. Dummerweise immer wieder mit Zitaten in Latein oder Griechisch. Der Laie ist da etwas mit überfordert, kann es aber auch einfach mit Humor nehmen und weiterlesen. Schlau wird er in jedem Fall daraus. Das Buch findet man sichelrich nur noch in einer gut sortierten Landesbibliothek. Ebenso das Buch : Römisch-germanische Begegnung in der späten Republik und frühen Kaiserzeit, ebenfalls von Timpe

Einen Klassiker wie Hans Delbrück: Geschichte der Kriegskunst sollte man auch mal gelesen haben. Den kann man im Internet herunterladen www.zeno.org.

Wikipedia gibt unter den verschiedensten Schlagworten auch viel her. Zumindest ist es ein guter Einstieg und die Literaturhinweise können ebenfalls sehr hilfreich sein.

Viele neue Erkenntnisse habe ich aus Wilm Brepohl: Neue Überlegungen zur Varusschlacht und Arminius gegen Germanicus gewonnen.

Rolf Bökemeier: Römer an Lippe und Weser ist ein sehr interessantes Buch. Kann teilweise auf der Internetseite www.weserfreunde.de gelesen werden. Leider ist Bökemeier schon verstorben. Es bleibt zu hoffen, dass er einen entsprechend engagierten und wohl informierten Nachfolger bekommen wird.

Nicht vergessen möchte ich - wegen seines ausgesprochen kritischen Ansatzes - Schoppe: Varusschlacht - arminius-varusschlacht.de

Daneben gibt es n atürlich in lippischen Landen heimatverbundene Vereine, die sich mit Veröffentlichungen zum Thema hervorgetan haben, so der Lippische Heimatbund e.V. und der Naturwissenschaftliche und historische Verein für das Land Lipp e. V. Der angebliche Regionalpatriotismus, der den Lippern immer vorgeworfen wird, ist übrigens nicht korrekt. Der Lippe wird jeden Hinweis auf Schlachtfeld Varus oder Schlachtfeld Karl der Große immer mit der berühmten Aussage: jaaa, aaaber …. beantworten. Die Lokalpatrioten sind zumeist nicht die Lipper, sondern historisch Gebildete oder Interessierte, die von Außen kommen. Eigentlich witzig….

 

Buchempfehlung

admin 24. März 2009

Thema: Fürstin Pauline zur Lippe

Eine einzige Biografie exisitiert über diese außergewöhnliche Frau. Sie ist schon mindestens 50 Jahre alt und ein stellenweise schwer zu lesender Wälzer: Kiewning “Fürstin Pauline”. Aus neuerer Zeit gibt es einen Ausstellungskatalog, der jedem, der mehr über die Lebensumstände der Fürstin wissen will, interessante Texte und Bilddokumente liefert: Frauenzimmer Regentin Reformerin, Fürstin Pauline zur Lippe 1802-1820, Hrsg. Jutta Prieur ISBN 3-924481-12-1

Nicht zuvergessen die Reisetagebücher der Fürstin. Manchmal etwas langatmig und sehr detailverliebt, bieten sie interessante Einblick in eine bewegte Zeit, wenn man beispielsweise weiß, dass die Fürstin 1807 nach Paris fuhr, um Napoléon zu treffen. Eine Fürstin unterwegs, Reisetagebücher der Fürstin Pauline zur Lippe 1799-1818 bearbeitet von Hermann Niebuhr, Hrsg. Herbert Stöwer und Hans-Peter Wehlt für Naturwissenchaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe e.V. und  Lippischen Heimatbund e.V. ISBN 3-923384-17-3

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